1. Mai 2022 – Rostock Toitenwinkel – Bericht und Video

Nachdem wir letztes Jahr eine Vorabenddemonstration in Evershagen organisierten, fand nun zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder eine klassische 1.Mai-Demonstration in Rostock statt. Wir entschieden uns erneut, die klassische Komfortzone der Innenstadt zu verlassen. Um auch auf die Viertel zu wirken, in denen es zwar ebenfalls linke Aktivitäten gibt, wir ganz persönlich in unserem Alltag jedoch weniger Einfluss besitzen.
Durch die Kombination eines antikapitalistischen Fests auf dem Sternplatz und einer Demonstration durch das Viertel erhofften wir uns möglichst viele verschiedene Menschen mit unseren Inhalten zu erreichen und zu vernetzen. Im Vorhinein verteilten wir 10.000 Flyer und klebten hunderte Plakate im ganzen Stadtgebiet. Dies schien sich auszuzahlen. Durch die rege Teilnahme von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bestätigte sich, dass an diesem Tag Angebote im Viertel geschaffen wurden, die nicht für alle selbstverständlich zu sein scheinen. Mit kostenlosen Sport-, Spaß-, Info- und Essens-Ständen konnten einige den Stress auf Arbeit oder in der Schule kurz vergessen und mit anderen Anwesenden ins Gespräch kommen.
 
Mit der anschließenden Demonstration, welche sowohl auf dem Sternplatz startete als auch später wieder dahin zurückkehrte, konnten wir nochmal deutlich unsere Positionen auf die Straße tragen. Mit der Kernaussage „Kapitalismus überwinden!“ und Parolen wie „Mehr Hartz, mehr Rente – weg mit der Polente!“ oder „Hoch mit dem Lohn und runter mit der Miete – Wir wollen Zukunft statt Profite!“ machten wir deutlich, warum wir am 1. Mai auf der Straße sind. Denn eine bessere und gerechtere Welt fällt uns nicht zufällig in den Schoß, sondern muss hart gegen die Interessen des Kapitals erkämpft werden!
 
Mit hunderten Anwesenden auf dem Straßenfest und knapp 400 Demonstrationsteilnehmer_innen werten wir den Tag als großen Erfolg. Anwohnende waren sichtlich erstaunt und vorherige Zweifel oder rechte Drohungen stellten sich als unbegründet heraus. Einzig die Provokationen der Polizei gegenüber Genoss_innen am Ende der Demonstration stießen uns an diesem Tag bitter auf und zeigten erneut, welche Rolle die Polizei im Herrschaftsgefüge innehat. Wollen wir die Verhältnisse zum positiven verändern, stehen wir mit der Staatsgewalt unvereinbar im Konflikt.
 
Unser Dank gilt all den Helfer_innen, die Raum zur Verfügung gestellt, Stände betreut, Kuchen und Pizzaschnecken gebacken, Technik organisiert, aufgelegt oder beim Auf- und Abbau geholfen haben. Ohne euch hätte das alles nicht geklappt!
 
Auf ein kämpferisches und antifaschistisches Jahr!