ANTIFA UNITED

Rostock

Die Erinnerung darf nicht enden!

Am 27.1.2026 trafen sich rund 50 Antifas anlässlich des Holocaust-Gedenktages im Rosengarten, um dort an die Opfer der Shoah zu erinnern und Blumen niederzulegen. Die vor Ort gehaltene Rede haben wir hier dokumentiert:

Liebe Anwesende,

die grausamen Taten der Nationalsozialisten in den KZs dürfen auch nach über 80 Jahren nicht vergessen werden. Vielmehr sehen wir uns durch autoritären Gesellschaftswandel in der Pflicht, den Antisemitismus und seinen immanenten Vernichtungswillen öffentlich anzukreiden und nicht zur Normalität werden zu lassen.

Heute vor 81 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Sie fanden dort etwa 7.000 Überlebende vor - die meisten ausgehungert und krank. Sie waren so schwach, dass sie dem Tod näher als dem Leben waren.

Für die meisten Anfang 1945 noch lebenden Auschwitz-Häftlinge war der 27. Januar allerdings kein Tag der Befreiung. Sie befanden sich weiterhin in der Hand der Nazis. Etwa 120.000 Männer, Frauen und Kinder hatte die SS in den Monaten und Wochen vor dem 27. Januar angesichts der sich nähernden Fronten auf Räumungstransporte und Todesmärsche Richtung Westen geschickt – in das Innere des Reiches. Hier setzte sich das Leiden und Morden bis April oder sogar Mai 1945 fort. So wurde Rostock erst am 1. Mai 1945 befreit.

Der Kampf gegen den Faschismus endete nicht mit dem 8. Mai 1945, dem Sieg über Nazi-Deutschland, sondern diese Ereignisse müssen uns in die Verantwortung nehmen, dass solche Gräueltaten nicht erneut geschehen.

Der Mord an mehr als 6 Millionen Juden ist ein in der Geschichte einmaliges Verbrechen. Die Gräueltaten sind bis heute unbegreiflich und lassen sich nicht mit Worten oder Bildern begreiflich machen.

Wir müssen weiter gegen den Faschismus kämpfen, sowohl auf der Straße als auch im Parlament.

Wir müssen uns weiter erinnern, was geschehen ist, auch abseits von festen Gedenktagen und für den Staat bequemen Sichtweisen.

Wir halten es mit dem Schwur von Buchenwald: die Vernichtung des Faschismus mit allen seinen Wurzeln ist unser Ziel. Diese Wurzeln stecken auch weiterhin tief in unserer Gesellschaft.

Wir bitten euch nun um eine Schweigeminute, die wir mit dem Schwur von Buchenwald einläuten wollen:

“Wir werden den Kampf erst aufgeben, wenn der letzte Schuldige vom Gericht aller Nationen verurteilt ist. – Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal.”

Antifa United Rostock